Glasschnitt und Bergkristall

Die sächsische Glasgravierkunst kann auf das Ende des 16. Jahrhundert datiert werden.
Die Grundlagen dieser Veredelungstechnik begannen sich aus der hoch entwickelten Steinschneidekunst heraus zu entwickeln. In erster Linie waren die Goldschmiede an dieser Weiterentwicklung beteiligt. Mithilfe von rotierenden Kupferscheiben waren diese in der Lage Edelsteine zu bearbeiten.

Die Übertragung dieser Steinschneidekunst auf die Bearbeitung von Glas war ein Prozess, der mehrere Jahrzehnte dauerte.
Wem letztendlich der Ruhm gebührt erstmalig Glas zu schneiden und zu schleifen
kann nicht eindeutig ermittelt werden. Vermutlich wurde dieses Verfahren von mehreren Glaskünstlern zur selben Zeit vollzogen. Ein Zentrum des Glasschnitts in der damaligen Zeit war Prag.

Das Problem bestand darin, dass zur damaligen Zeit kaum geeignetes Glas zur Verfügung stand. Erst Ende des 18. Jahrhunderts stand dafür geeignetes Glas zur Verfügung.

Die Forderung an dieses Glas waren. Es sollte relativ billig, blasenfrei und ohne Verfärbung sein. Durch die intensive Förderung des sächsischen Kurfürsten August dem Starken konnte ab ca. 1700 dieses Glas hergestellt werden. Zur damaligen Zeit waren sächsische Glashütten in Europa führend.

August der Starke

Die sächsischen Glasprodukte standen in direkter Konkurrenz zu den böhmischen Gläsern und den Glaswaren aus Venedig.

Bevor dieses klare und blasenfreie Glas zur Verfügung stand wurde Bergkristall zur Gestaltung von Schmuckgefäßen verwandt. Jedoch war Bergkristall teuer und schwer zu beschaffen. Bergkristall war oftmals von Schlieren durchzogen und in der benötigten Größe nur schwer zu beschaffen. Daher waren Gefäße aus Bergkristall eine extrem teure Anschaffung und somit nur dem Adel und dem begüterten Bürgertum vorbehalten.

Eine Ausstellung im Dresdner Residenzschloss, dem ‘neuen grünen Gewölbe’ zeigt eine eindrucksvolle Ausstellung von Gefäßen aus Bergkristall. Diese Prachtgefäße entstammen unter anderem der Sammlung des sächsischen Kurfürsten August des Starken.