Waldperlen

Weit vor dem Silberbergbau gab es Waldglashütten im Erzgebirge. Durch den immensen Holzreichtum siedelten sich im Erzgebirge Glashütten an und bildeten oftmals den Ursprung der Gemeinden und Städte im Erzgebirge.

Diese Glashütten waren einfache Bauten die circa 10 Jahre genutzt wurden. Jede Glashütte verbrauchte im Jahr zwischen 20 und 30 Hektar Wald. War der Holzreichtum aufgebraucht, wurde die Glashütte an einen neuen Standort verlegt. Vorrangig wurde das Holz zu Asche verbrannt. Nur 20 Prozent des Holzes wurde zum Befeuern der Glasschmelze verwandt. Aus der Asche im Sprachgebrauch als Pottasche bezeichnet wurde in den Aschehäusern Kaliumcarbonat gewonnen. Ein wichtiger Bestandteil der Glasherstellung. Ich habe hier eine unvollständige Liste der Glashütten in Sachsen vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert erstellt.

Aschberg
Baruth
Breitenbach
Burkhardtsgrün
Colditz
Crottendorf
Dittersdorf
Döhlen
Dresden
Frauenbach
Friedrichsgrün
Friedrichshain
Glücksburg
Heidelbach
Herlagrün
Jugel
Kottenheide
Marienberg
Neugiesing
Pottschappel
Pretzsch
Rauscha
Reukersdorf
Rudolphsdorf
Rübenau
Schneeberg
Steindöbra
Tharandter Wald
Trützschler
Weiter
Wernesgrün
Geiselroda
Holzhau
Kühnhaide

Wenn man Glück hat, findet man an den ehemaligen Standorten der Glashütten noch Glasbruchstücke.Liegen diese Glasstücke in Bächen, so werden diese im Laufe der Zeit abgeschliffen. So entsteht aus Bruchglas die Waldperlen. Leider ist die Menge der auffindbaren Waldperlen sehr gering. Daher hat die Interessengemeinschaft Landglas eine eigene Glasmühle. Im Moment ist es eine Glasmühle die vorrangig zur Schmuckherstellung verwandt wird. Eine größere Glasmühle für Sonnenspiele / Windspiele ist in Vorbereitung. Das und vieles mehr können sie in der Interessengemeinschaft Landglas lernen.